Croxall und Trunzo holen sich WM-Titel in Kanada

Scott Croxall und Amanda Trunzo
Showdown im Titelkampf: Luca Dallago gewinnt finales Saisonrennen in Edmonton

Der Kanadier Scott Croxall hat dem enormen Druck standgehalten und sich mit einem vierten Platz beim finalen Red Bull Crashed Ice Rennen in Edmonton den Titel in der ATSX Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft gesichert. Der Sieg in Kanada ging an Luca Dallago – es war der zweite Erfolg des Österreichers in dieser Saison.

In einem dramatischen Saisonfinale im weltweit schnellsten Sport auf Kufen schied WM-Titelverteidiger Cameron Naasz aus den USA im Halbfinale nach einer Kollision mit Marco Dallago aus Österreich in einer engen Kurve kurz nach dem Start aus. Naasz musste sich am Ende mit Rang fünf in Edmonton und Platz zwei im WM-Ranking zufrieden geben. Für Croxall war es nach 2015 der zweite WM-Titel in dem Sport, bei dem Athleten einen Eistrack mit bis zu 80 km/h hinabrasen. Maxwell Dunne (USA) belegte auf dem 455 Meter langen und mit Hindernissen gespickten Eistrack, der einen Höhenunterschied von 40 Meter aufwies, Platz zwei vor Kyle Croxall (USA).

Scott Croxall gewann nach dem Crash von Marco Dallago und Cameron Naasz im Halbfinale seinen zweiten Titel. Foto: Andreas Langreiter/Red Bull Content Pool.

Nichts anbrennen ließ die US-Amerikanerin Amanda Trunzo: Die WM-Spitzenreiterin verwies in Edmonton die Kanadierin Elaine Topolnisky und Sandrine Rangeon aus Frankreich auf die Plätze. WM-Titelverteidigerin Jacqueline Legere aus Kanada musste nach einem Crash im Halbfinale mit Rang fünf vorliebnehmen.

Croxall holte sich mit dem Sieg den Titel in der Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft zurück, den er 2016 an seinen Rivalen Naasz abgegeben hatte, der den Sport in den zurückliegenden zwei Jahren dominiert hatte. Croxall war in dieser Saison der Inbegriff von Beständigkeit mit drei Podiumsplätzen bei den vier großen Red Bull Crashed Ice Rennen sowie einem Sieg beim Riders Cup Rennen in Bloomington (USA).

"Diesen Moment werde ich genießen", erklärte Croxall und ließ sich von seinen heimischen Fans in Edmonton feiern. Sein größter Kontrahent im Kampf um den WM-Titel, Naasz, schied in einem topbesetzten Halbfinale als Dritter unerwartet aus. Nur die beiden schnellsten Fahrer eines Laufs, der aus vier Athleten besteht, ziehen in die nächste Runde ein. "Ich bin begeistert und froh, dass ich die Weltmeisterschaft zurückholen konnte", so Croxall, der in den zehn Rennen der Ice Cross Downhill Meisterschaft insgesamt 2.745 Punkte sammelte.

Nach drei Jahren des Wartens streckt Croxall endlich wieder die Trophäe in die Höhe. Foto: Joerg Mitter/Red Bull Content Pool.

Mit einem Sieg in Edmonton hätte Naasz, der mit 2.600 Punkten am Ende nur 145 Punkte hinter Croxall lag, seinen dritten WM-Titel in Folge perfekt machen können. Vor drei Jahren hatte sich der US-Amerikaner an gleicher Stelle noch gegen Croxall durchgesetzt. Auch in diesem Jahr sah alles nach einem Showdown im Finale aus, hatte Naasz doch im Halbfinale einmal mehr einen brillanten Start erwischt. Der Crash mit Marco Dallago, der ebenfalls noch Chancen auf den Gesamtsieg hatte, zerstörte aber seine Träume vom dritten Titel in Folge. Nutznießer waren Scott Croxall und sein älterer Bruder Kyle Croxall, die sich im Gedränge durchsetzten und ins Finale einzogen.

"Ich habe mich gut gefühlt und alles versucht", erklärte Naasz, der zuvor schon das Red Bull Crashed Ice Rennen in Marseille sowie das Riders Cup Rennen in Wagrain-Kleinarl in Österreich gewonnen hatte, sich aber auch unnötige Fehler in zwei anderen Rennen geleistet hatte.

Eine jubelnde Amanda Trunzo überquert die Ziellinie und feiert in Kanada ihren ersten Titelgewinn. Foto: Andreas Schaad/Red Bull Content Pool.

Für Trunzo, die im vergangenen Jahr schon die Hand an der WM-Trophäe hatte, sie aber am Ende der Kanadierin Jacqueline Legere überlassen musste, ging mit dem Titel ein Traum in Erfüllung. Ihre harte Arbeit in der Saisonpause hat sich ausgezahlt: Trunzo gewann drei der vier Red Bull Crashed Ice Rennen in dieser Saison.

Durch seinen Sieg in Edmonton verbesserte sich Luca Dallago, der bereits das Red Bull Crashed Ice Rennen in Jyväskylä in Finnland gewonnen hatte, auf Platz drei im WM-Ranking.

Luca Dallago schnappt sich mit einer souveränen Leistung im Männerfinale seinen zweiten Saisonsieg. Foto: Andreas Schaad/Red Bull Content Pool.

Ergebnisse Edmonton:

Männer: 1. Luca Dallago (AUT), 2. Maxwell Dunne (USA), 3. Kyle Croxall (CAN), 4. Scott Croxall (CAN), 5. Cameron Naasz (USA), 6. Marco Dallago (AUT), 7. Jim De Paoli (SUI), 8. Tyler Witty (USA), 9. Killian Braun (SUI), 10. Michael Iulianello (USA).

Frauen: 1. Amanda Trunzo (USA), 2. Elaine Topolnisky (CAN), 3. Sandrine Rangeon (FRA), 4. Anais Morand (SUI), 5. Jacqueline Legere (CAN), 6. Maxie Plante (CAN), 7. Tamara Kajah (CAN), 8. Alicia Blomberg (CAN), 9. Myriam Trepanier (CAN), 10. Junko Yamamoto (JPN).

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